In Erinnerung: Carroll Hall Shelby, 1923 – 2012

12Mai

Im Alter von 89 Jahren starb am Donnerstagabend der legendäre US-Autobauer Carroll Shelby. Shelby war seit längerer Zeit gesundheitlich schwer angeschlagen und überstand eine Lungenentzündung nicht mehr.

Carroll Shelby ( 11. Januar 1923 in Leesburg, Texas; † 10. Mai 2012 in Dallas, Texas) war ein US-amerikanischer Rennfahrer und Konstrukteur von Sportwagen.

Als Sohn eines texanischen Farmers, diente er in der US Army Airforce 1940 als Pilot auf zweimotorigen Flugzeuge bei der Ausbildung von Navigatoren. Seine fliegerische Ausbildung führte dazu, dass er einen Hang zum Perfektionismus bekam, wenn es um Zuverlässigkeit und Technik ging. Aus seiner Einstellung zu Geschwindigkeit und Präzision kam der Gedanke, ein eigenes Auto zu entwickeln. Sein erstes Rennen bestritt er 1952 auf einem geliehenen MG. Zur Überraschung aller gelang ihm bald darauf der Gesamtsieg in dieser Klasse, wobei er sogar den viel höher eingeschätzten Jaguar XK 120S in die Schranken verweisen konnte.

Wie viele andere US-Amerikaner seiner Generation zog ihn das Interesse an Sportwagenrennen nach Europa, wo er etliche Rennen bei der Scuderia Centro Sud bestritt.

Sein größter Erfolg als Fahrer war der Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1959 an der Seite von Roy Salvadori auf einem Aston Martin DBR 1.

Shelby war außerdem einer der Fahrer von „Felthams Formula 1 Squad“. Während der Formel-1-Saison 1958 erzielte er zwar beim Rennen in Monza zusammen mit Masten Gregory den vierten Rang. Beide wurden zunächst disqualifiziert, später aber wieder auf diese Position gesetzt. Wertungspunkte erhielten sie jedoch nicht. Später belegte er während der Formel-1-Saison 1959 beim Großen Preis von Portugal im Stadtpark Monsanto von Lissabon einen achten Platz.

Nach Abschluss seiner Rennsportkarriere wandte er sich vollkommen der Konstruktion bzw. dem Umbau von Sportwagen zu.

So war er vielen als Schöpfer der legendären Shelby AC Cobras im Gedächtnis geblieben, mit der er die Gran Turismo-Ferrari erfolgreich herausforderte. Dazu ging er mit dem Formel-1-Piloten Dan Gurney eine Partnerschaft ein und gründete das Team All-American Racers, das zudem von Goodyear unterstützt wurde. Die Abkürzung „AAR“ wurde auch als „Anglo-American Racers“ interpretiert, zumal der AC Cobra auf einem britischen AC-Chassis basierte und Gurney später auch in seinem F1-Boliden „Eagle“ einen britischen Weslake-V12-Motor verwendete.

Ruhe in Frieden Carroll.